Entscheidung für das neue Projekt

(sd) Jetzt ist schon Januar. Was ein Land und ein diesbezügliches Projekt angeht wollen wir uns bald entscheiden. Unsere wichtigste Ressource ist Zeit. Die müssen wir gut einteilen, denn bis zum Sommer dauert es gar nicht lang! Wohin soll es dann gehen? Welches Land, welche Menschen, welches Wissen und welche Erfahrungen werden uns begegnen und uns bereichern?

Wir haben das Glück ungebunden zu sein und können darum etwas machen, was ganz unseren Interessen entspricht. So haben wir bei der Suche nach einem Baucamp-Projekt zuerst einmal überlegt, was uns wirklich interessiert. Wir haben Länder und Kulturen genannt, die uns faszinieren. Das waren viele. Zu viele! Wo können wir am meisten lernen? Wo mit den eigenen Möglichkeiten möglichst viel bewirken? Fremden Kulturen und Bräuche, die Erschütterungen durch den Klimawandel, der Raubbau an der tropischen Natur...

 

Per Punktverteilungsverfahren fanden wir einen Konsens: Mit fünf Ländern wollten wir uns näher beschäftigen, um zu einer Endauswahl zu gelangen. Zu Togo, Äthiopien, Chile, Ecuador und Nepal sollte Material gesammelt werden. So haben wir uns im Dezember voneinander verabschiedet und im Januar begrüßt. Die Vorstellung der Länder war ein voller Erfolg. Jedes Land, das wir vorstellten, bekam volle Aufmerksamkeit und größten Enthusiasmus.

 

Schließlich blieben Chile, Ecuador und Togo zur Auswahl übrig. Peter und ich begannen damit, nach Projekten in diesen Länder zu suchen. Es sollten viele interessante Ideen, die unsere Faszination für andere Kulturen, fremde Bräuche und fremdes Wissen noch verstärken würden, sein. Und wir wurden fündig. Fünf Projekte in den drei ausgewählten Ländern standen schlussendlich zur Auswahl, Jeder hatte dafür sieben Punkte zur Verteilung zur Verfügung. Die Spannung vor dem Samstag der Verkündigung war, zumindest bei mir, sehr groß. Alle fünf Projekte waren gut durchdacht und interessant und es viel mir schwer sieben Punkte zu verteilen.

 

Mit 17 Punkten, gewann dann ein Projekt in Ecuador mit einem Vorsprung von acht Punkten zu den anderen Ländern – und alle haben dem Projekt auch wirklich mindestens einen Punkt gegeben. Im tropischen Nordwesten Südamerikas, 10.291 Kilometer von Berlin entfernt, findet sich das verhältnismäßig kleine Land Ecuador mit seiner vielfältigen Landschaft und Bevölkerung. Ganz weit im Norden, mitten im Dschungel, liegt das kleine Tal „Aguas Frias“, in welchem sich seit 2008 eine kleine Schule namens „Sonnenschule“ befindet. Die Region, in welchem das Aguas Frias liegt, heißt Esmeraldas: eine unterentwickelte Region, in der große Armut herrscht, und Bildungschancen nur sehr gering vorhanden sind. Das Problem sind die schlechten Bildungs-Bedingungen bei Kindern von den vielen alleinerziehenden, viel zu armen Müttern. Mit dem Projekt des Vereins San Andrès wird das Ziel verfolgt, die örtlichen Bedingungen nachhaltig zu verbessern und eine gute Entwicklung anzustoßen. Es geht darum, die elementaren Lebensbedingungen zu verbessern, um den Kindern und den Müttern neue Zukunftsmöglichkeiten zu eröffnen. Dies alles wirkt auf das Ziel hin, die Region Esmeraldas weiterzuentwickeln und eine Selbsthilfefähigkeit auszubauen.

 

Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht um Lebensperspektiven und einen Schutzraum. Da das alles sehr gut zum Konzept des InterAKTION-Kurses passt, haben wir uns gemeinsam dazu entschieden, dieses Projekt, mit unseren Händen, Köpfen und unserem Sein unterstützen zu wollen. Von den dabei möglichen Erfahrungen wollen wir lernen.